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Südkorea

Greentea Food und der geheime Bambuswald



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Greentea Food
und der geheime
Bambuswald

Der Regen tropft an diesem Tag sanft vom Himmel und hüllt den Teegarten in einen beinahe undurchsichtigen Schleier.

Zugedeckt vom Nebel scheinen die Teepflanzen zu schlafen. Das Licht strahlt gedämpft durch die dichten Wolken und erzeugt eine Mystik, die sich mit dem sonnigen Tag zuvor nicht vergleichen lässt. Was für ein perfekter Moment, um das Restaurant auf dem Hauptplatz des Daehan Tea Garden zu besuchen.

Ich laufe die braunen Stufen nach oben zum Restaurant und nehme an einem der Tische am Fenster Platz. Das Restaurant bietet gängige koreanische Gerichte an, zeichnet sich jedoch durch die Verwendung von grünem Tee der Plantage bei den Zubereitungen der Gerichte aus.

Nach genauer Musterung der Speisekarte entscheide ich mich für Nogcha Bibimbap 녹차 비빔밥, ein beliebtes koreanisches Gericht, das mit Reis und frischem Gemüse, einem Spiegelei und wahlweise Fleisch oder Tofu serviert wird. Das Wort 녹차 bedeutet Grüner Tee und ziert alle Gerichte auf der Karte des Restaurants.

Mit Blick auf die Teefelder, die sich mir durch die große Fensterfront präsentieren, warte ich gespannt. Als das Essen serviert wird, sehe ich eine Pracht verschiedenster Farben vor mir, die sich in der Schale zu einem einheitlichen Portrait vereinigen. Ein Bild, das ich am liebsten genau so belassen möchte. Das Besondere an diesem Gericht liegt in der Reis-Zubereitung. Der Reis wird in grünem Tee gekocht, der direkt hier vor Ort geerntet wurde. Das verleiht dem Gericht eine Einzigartigkeit, denn der grüne Tee unterscheidet sich geschmacklich je nach Erntezeit.

비빔밥 bedeutet übersetzt so viel wie »Reis umrühren«, und beschreibt die Art und Weise, wie das Gericht gegessen werden sollte. Zusammen mit einer scharfen Chili-Paste namens »Gochujang« wird der Reis mit dem Gemüse vermischt und anschließend mithilfe eines Löffels gegessen. An dieser Stelle muss ich sagen: Es ist sehr schade, dass sich Geschmack und Geruch nicht über das Netz teilen lassen. Der Grüne Tee verleiht dem süßlich-scharfen Gericht eine außergewöhnliche und herbe Note. Ein geschmackliches Erlebnis!

Das Besondere: Als Gast des Teegartens spaziert man zwischen den Teepflanzen umher, trinkt die Blätter als frisch aufgebrühten Tee und isst Speisen, die aus diesen hergestellt werden. Dadurch fühle ich mich auf allen Ebenen mit diesem Ort verbunden und genieße jeden Löffel meines Essens, bis auf das letzte Reiskorn. Gestärkt begebe ich mich zum Souvenir-Shop unmittelbar neben dem Restaurant und entdecke eine Vielzahl an Süßigkeiten und Snacks, die aus dem grünen Tee hergestellt werden. Der Laden bietet von Grüntee-Keksen bis Grüntee-Badesalz eine riesige Variation an Produkten an. Besonders spannend finde ich die Grüntee-Yanggaeng (양갱), eine traditionelle koreanische Süßigkeit, die aus Gelee besteht.

Mit vollen Einkaufstaschen verlasse ich den Laden, um eine der berühmtesten Speisen der Teeplantage zu probieren: »Nogcha Eiscreme« (녹차 아이스크림). Das Eis hat eine wunderschöne grüne Farbe, die perfekt zu den verschiedenen Grüntönen des Gartens passt und sich durch einen leicht herben, aber sehr intensiven Grüntee-Geschmack auszeichnet. Einer der Gründe, weshalb ich mir auch direkt noch eine zweite Portion genehmige.

Nach einer kurzen Verdauungspause mache ich mich auf den Weg zu dem kleinen Café um die Ecke. Ich trinke einen kühlen Grüntee-Latte auf einer der Bänke, die sich überall auf dem Gelände finden. In der Ruhe der Natur um mich herum entdecke ich ein kleines hölzernes Schild am Rand des Weges mit einem Richtungshinweis: »Bamboo Forest«. Mein Tag soll wohl noch nicht zu Ende sein, und so begebe ich mich auf den kleinen Pfad in das tiefgrüne Waldstück.

Ein atemberaubender Anblick! Vor mir erstreckt sich ein aus Holz erbauter Eingang, gleich einem Tor zu einer anderen Welt, der in einen von Nebel umrahmten Wald aus dunkelgrünem Bambus führt. Es kommt mir vor wie eine Einladung zu einem geheimen Ort, der sich nicht jedem preisgibt. Schritt für Schritt laufe ich auf dem braunen, mit welken Blättern bedeckten Holzsteg tiefer in den Wald. In einem Meer von Bambus genieße ich die friedliche Stille und klopfte an fast jedes Bambusrohr, an dem ich vorbeikomme. Ich weiß nicht, wie viel Zeit ich schon inmitten des Waldes verbringe - meine Dankbarkeit steigt jedoch ins Unermessliche.

Der Daehan Tea Garden repräsentiert eine Teekultur, die Schönheit und Ruhe, Wertschätzung und Gesundheit mit dem Trinken von Tee verbindet. Ich verlasse den Garten nur zögerlich, doch aufgetankt mit einer Vielzahl von Erlebnissen blickte ich noch einmal auf das Eingangstor des Teegartens und lese die Widmung ein weiteres Mal:

»Please cherish and love our Daehan Tea Garden like a beautiful painting.«. Verliebt habe ich mich eindeutig. Und ich verlasse diesen Ort mit einem Lächeln im Gesicht.

Liebe Leser*Innen und Freund*Innen der Teekultur,

dies war die letzte Episode unserer samova WorldTour: Südkorea. Meine Reise durch die Teekultur Südkoreas ist vorerst vorbei, doch nicht zu Ende. Ich sammelte dort unzählige wundervolle Erinnerungen und Erfahrungen während meines Abenteuers im Land der Morgenstille. Ich hoffe, dass ihr durch meine Schilderungen ein wenig an der koreanischen Teekultur teilhaben konntet.

Unsere Welt ist ein Kaleidoskop - sie spiegelt, sie ist divers und alles andere als leicht zu verstehen, geschweige denn mit zwei Augen zu erfassen. Mit jedem Puzzleteil kommen wir jedoch näher, und eines davon soll dieses Projekt darstellen. Vielen Dank für euer Interesse und Feedback. Bis bald zur nächsten WorldTour. Deniz

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Finnland

Unsere samova Reise führt in die finnische Region Vaasa und setzt mit ihrem Teepaten Team Spirit ein klares Zeichen für Freundschaft, Genuss und Teamgeist.

Episode 1