
South Korea
On the trail of Korean tea culture with samova Ambassador Deniz
From the traditional to the
modern tea culture in Korea
Hey, dear friends of modern tea culture! Drinking tea has many different meanings around the world. Our modern times are characterized by a fast pace, which everyone reading this article is probably very familiar with. Creating time and space for yourself, in which you can distance yourself from the stress of everyday life, is therefore becoming increasingly important.
A fast-paced lifestyle has also established itself in Korea, which is why conscious breaks for regeneration are becoming increasingly essential there too. In this context, I wondered about the significance and role of drinking tea in Korea's traditional culture, how this tradition has changed over time and how it is now practiced in modern times.
To find answers to these questions, I first set out to discover the traditional way of drinking tea, which I would like to share with you in the following lines.
Glücklicherweise hatte ich meinen kleinen Beutel mit Cocablättern dabei.
Da ich im Nachtbus keine Möglichkeit hatte, heißes Wasser zu bekommen, kaute ich einige der Blätter und spürte tatsächlich eine Linderung der Symptome bereits nach zwanzig Minuten.
Was für eine heilende Kraft in diesen kleinen Blättern steckt! Und an den leicht bitteren Geschmack kann man sich durchaus gewöhnen.
Dies rückt nach dem Anblick des wunderschönen Titicacasees jedoch schnell in den Hintergrund, denn die Wolken spiegeln sich im weiten blau des Sees, was dessen Erhabenheit in ein sanftes Morgenlicht taucht. Unglaublich. Der See strahlt eine besondere Kraft aus.
Verloren in der sich vor mir erstreckenden Weite bemerke ich, dass bereits 30 Minuten vergangen sind, und ich mich schnell auf den Weg zum Hafen machen sollte. Das Schiff zur Insel Taquile legt bald ab, und dieses Abenteuer möchte ich nach der langen Reise besser nicht verpassen.
Ich schaffe es rechtzeitig und genieße den Ausblick vom Deck des Schiffs. Der Guide Julián erzählt während unserer knapp zweistündigen Schiffsfahrt zur Insel Taquile von der kulturellen Bedeutung des Titicacasees. Der Legende nach erhob sich Wiraqucha, der höchste Gott der Inca, aus dem Wasser des Titicacasees. Er erschuf die Sonne und den Mond und tötete fast alle Menschen in einer Sintflut, was in Quechua als Unu Pachakuti, die Wasser-Zeitenwende, bekannt ist. Zwei Menschen ließ er jedoch leben, um mit ihnen die Zivilisation in die Welt zu bringen. Dies ist eine Version der Schöpfungsgeschichte, denn es existieren noch weitere.
Der Titicacasee stellt somit den Ursprungsort im Glauben der Inca dar, was die Insel Taquile noch mystischer erscheinen lässt. Auf unserem Weg fahren wir an den schwebenden Uros-Inseln vorbei, die komplett aus Tortora-Schilf gebaut sind und von zahlreichen indigenen Familien bewohnt werden. Eine Gruppe von Kindern winkt mir zu, was mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Ich nehme eine kleine Menge Cocablätter in meine Hand und lasse sie als Zeichen meiner Dankbarkeit mit dem Wind über die Wellen des Titicacasees tragen. Während ich die schwebenden Blätter mit meinen Augen verfolge, erspähe ich die Insel Taquile. Ich kann es kaum erwarten, meinen ersten Schritt auf dieser Insel zu setzen, und mache mich bereit zum Anlegen.
Die Insel fühlt sich an wie ein Ort aus einem Märchen. Wir werden von den Stammesoberhäuptern begrüßt und in die Bräuche der dort lebenden Menschen eingeweiht.
Den Cocablättern kommt auf dieser Insel sogar noch eine weitere besondere Rolle zu.
Diese werden in extra angefertigten Beuteln am Gürtel getragen und zur Begrüßung untereinander ausgetauscht. Dies dient als Zeichen des Respekts und verleiht der kulturellen Bedeutung der Pflanze eine weitere Ebene.
Daran könnte ich mich zur Begrüßung gewöhnen...
Außerdem erzählen sie von der Bedeutung der Kleidung, die die Menschen hier tragen. Farbe, Form und Muster geben Aufschluss über den Ehe- sowie den politischen Status einer Person auf der Insel..
Auf der Suche nach einer Ehefrau oder einem Ehemann? Kein Problem! Die Wahl deiner Kleidung wird dies für dich symbolisieren.
Nachdem ich mir etwas von dem frisch hergestellten Shampoo durch die Haare gestrichen hatte, fand ich mich in einem Kreis mit mehreren Einheimischen wieder. Sie tanzten und musizierten in traditioneller Tracht und luden die Besucher*innen ein, mit ihnen zu tanzen. Ich hatte die Ehre, Teil dieses Kreises zu sein, und tanzte gemeinsam mit den Inselbewohnern.
Ein unvergessliches Erlebnis.
Ich erkunde die wunderschöne Insel und besuche die zahlreiche Ruinen, die sich verstreut auf der Insel befinden.
Wie friedlich es hier ist. Der Wind streichelt meine Wange, die Vögel zwitschern, und ich fühle mich als Teil dieses ganzen Systems, auf einer Insel inmitten des mystischen Titicacasees.
Um mehr kann ich in diesem Moment nicht bitten.
Ich komme in einem kleinen Restaurant an und nehme Platz. Während ich eine frisch aufgebrühte Tasse Incatee genieße, lasse ich die heutigen Erfahrungen tief auf mich wirken.
Mit jedem Schluck ein wenig mehr.
Es war ein wunderbares Erlebnis, bei dem ich viel über die Signifikanz des Cocablattes lernen durfte, aber auch über eine Kultur, die ihre alten Traditionen aufrecht erhält und bis zum heutigen Tag ehrt und pflegt.
Die frische Minze im Tee erfrischt mich, während die Cocablätter ihre heilende Wirkung entfalten.
Die Welt hört nie auf, mich zu begeistern, und so verweile ich den Rest des Tages auf der außergewöhnlichen Insel Taquile.
Liebe Leser*innen der samova WorldTour,
ich hoffe, ihr hattet Freude an der Geschichte über die Insel Taquile und konntet einiges über deren Bräuche und Traditionen lernen. Das Cocablatt ist eng mit dem Glauben der Inca verflochten und gehört als Tee zum täglichen Leben der Menschen dazu.
Das Trinken von Tee erweist sich somit auch in diesem Teil der Welt als mehr als nur ein Genuss und illustriert die Vielfalt unserer Welt.
Liebe Grüße und bleibt sicher,
Deniz

Oases of peace
In the second episode of our South Korea series, Deniz takes us to the capital Seoul. We visit two traditional teahouses in the restored "Bukchon Hanok Village".